Kosten für den Reparaturablaufplan sind erstattungsfähig

Vorwort:

Die Erstellung eines Reparaturablaufplans ist für viele Autohäuser eine eher lästige Pflicht. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine derartige Aufstellung seitens Versicherungen Wochen oder Monate nach der Reparatur gefordert werden.

Oftmals mühsame innerbetriebliche Recherchen sind notwendig um entsprechend der Vorgaben einen Reparaturablaufplan zu erstellen. Verständlich das der oftmals nicht unerhebliche Aufwand regelmäßig in Rechnung gestellt wird.

Was jedoch in den Fällen wo ein Reparaturablaufplan ohne konkrete Bestellung durch die Versicherung erstellt und dann in Rechnung gestellt wird?

Zum Sachverhalt:

Im hier dokumentierten Schadenfall beauftragte der Geschädigte die Erstellung eines Reparaturablaufplans. Die zur Zahlung verpflichtete Versicherung war nicht gewillt die Dauer der Reparatur anzuerkennen.

Um die Streitigkeit zu beenden, ließ der Geschädigte durch einen Reparaturablaufplan die berechtigte Dauer des Ausfallschadens durch sein Autohaus belegen.

In Folge dessen war die Versicherung bereit die zuvor strittigen Ausfallkosten zu erstatten. Nicht jedoch die nun zusätzlichen angefallenen Kosten des Reparaturablaufplans.

Der Versicherer argumentierte, dass der Reparaturablaufplan nicht explizit angefordert worden wäre und somit eine Erstattung ausgeschlossen ist.

Der Geschädigte entschied sich diese Argumentation gerichtlich prüfen zu lassen, da er nicht bereit war auf diesen Kosten sitzen zu bleiben.

Urteil:

Das Amtsgericht Siegburg urteilte (6.3.2019 – AZ 108 C 136/18) schließlich über die Erstattungsfähigkeit der Kosten des Reparaturablaufplans und entschied, dass die Kosten zu erstatten sind.

Begründung:

Das Gericht stellte fest, dass der Versicherer tatsächlich keinen Reparaturablaufplan explizit angefordert hatte. Jedoch hatte dieser die Reparaturdauer als zu lange eingestuft.

Um diese Behauptung der Versicherung zu widerlegen, hatte der Geschädigte die Erstellung des Reparaturablaufplans beauftragt.

Er konnte damit den Nachweis über die tatsächliche Reparaturdauer erbringen.

Nach Ansicht des Gerichts reichte dies bereits aus, um die Zahlungspflicht des Versicherers auszulösen.

Hinweis:

Ohne einen geeigneten Rechtsanwalt ist es dem Versicherer jedoch weiterhin möglich die erforderliche Kostenhöhe des Reparaturablaufplan mitunter erfolgreich in Zweifel zu ziehen.

Die Kosten eines geeigneten Rechtsanwalt gelten ebenfalls als Teil des Schaden (gleich denen des Gutachters) und sind somit dem Gesetze nach von der zur Zahlung verpflichteten Versicherung zu ersetzen.

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